Heißverformen 2018-03-15T16:28:02+00:00

HEISSVERFORMEN

Zumeist Klarglas wird über feuerfesten Formen bei erhöhten Temperaturen gebrannt, so dass sich seine Oberfläche an die Unterlage anschmiegt. Diese kann gebogen oder plastisch gearbeitet sein.

FUSING

Miteinander verträgliche Gläser in unterschiedlicher Form (Blättchen, Stäbchen, Körner, Pulver, etc.) und unterschiedlichen Farben, werden bei hohen Temperaturen verschmolzen.

Auf plastisch bearbeiteten Keramikplatten heißverformte Gläser – hier für die Fassade der Kirche in Orleans von Gabriele Wilpers

Großflächige Absenkung einer Scheibe für Tobias Kammerer

Abformung eines Kreuzes für einen Grabstein

Sehr feingliedrige Abformung sind hier ebenfalls möglich

Unter dem Begriff Heißverformung fasst man alle Techniken zusammen, bei denen Glas erhitzt und in eine neue Form gebracht wird. Dadurch können die Brennmaterialien manuell bearbeitet, also beliebig gegossen, gesägt, geschliffen, gebohrt oder auch geschnitzt werden.

Für die Heißverformung wird zunächst der Ofen-Untergrund vorbereitet. Je nach Werkstoff ist eine vorbereitete Form ein- oder mehrmalig verwendbar. Da für die Heißverformung Temperaturen von ca. 800°C von Nöten sind, verfügen die verwendeten Werkstoffe zumeist über eine Hitzeresistenz von über 1000°C. Zudem sind auch die penible Reinigung der Scheiben und die Verwendung eines Trennmittels vor dem Brand und eine erneute Reinigung nach dem Brand zwingend erforderlich.

Bei dem Brennvorgang selbst verschieben sich die Molekülketten des Glases und ordnen sich neu an, wodurch beliebige Strukturen und manuelle Biegungen des Glases erzeugt und zum Teil extreme Verformungen realisiert werden können. Nach dem Abkühlen bleibt die neue Form erhalten und kann, je nach gewünschtem Endprodukt, in manchen Fällen auch zu ESG weiterverarbeitet werden.